
Burgen und Dichtung
Hier einige Verse zu diesem Thema.....
Karl Silberschlag

Die Ruine
Und frage ich, du zerfallnes Haus,
was dich getilgt von dieser Stätte?
Ach, das Menschen wüster Graus
nicht dieses Gebiet entheiligt hätte!
Hier oben, wo so himmelrein
die blauen Lüfte sich ergießen,
da höhlen sie den alten Stein
zu engen, dumpfen Burgverliesen.
Laut scholl der Fehden dumpf Gedröhn
und Panzer, Schwert und Ketten klirrten,
das von den streiterfüllten Höh`n
die scheuen Vögel bald entschwirrten!
Adolf Stöber 1900
...grüne und weiße Mauern
ragten auf, Burgen standen auf den Höhen. Die Könige kleiner Reiche kämpften
miteinander, und die junge Sonne schien wie Feuer auf das blutige Metall ihrer
neuen und gefräßigen Schwerter. Sieg folgte auf Niederlage, Türme stürzten
ein, Festungen wurden geschleift, und Flammen stiegen gen Himmel empor...
Gras wuchs über alles.
Schafe weideten dort eine Zeit lang, aber bald waren die Hügel wieder verlassen.
J.R.R Tolkien
www.burgen-web.de .....wir bringen die Steine des Mittelalters zum Reden!
Die Mauern liegen nieder, die Hallen sind zerstört.
Noch eine hohe Säule zeugt von verschwundener Pracht;
auch diese, schon gebortsen, kann stürzen über Nacht.
U. Uhland
Wilhelm Hauff 1826 in "Lichtenstein"

Wanderer,
es ziemet dir wohl in der Burg Ruinen zu schlummern,
träumend baust du vielleicht herrlich sie wieder auf.
Ludwig Uhland
Hier, auf diesen
waldumkränzten Höhen, Unter Trümmen der Vergangenheit,
Wo der Vorwelt
Schauer mich umwehen,
Sei dies Lied o Wehmut dir geweiht!
Trauernd denk ich,
was, vor grauen Jahren, Diese morschen Überreste waren;
Ein betürmtes Schloss, voll Majestät,
Auf des Berges Felsenstirn erhöht!...
Friedrich von Matthison
Amerika, du hast es besser,
hast keine Burgen,
keine Schlösser!
Heinrich Heine